Durchgang, Deichtor zwischen dem Treffenplatz des Hard Rider MC und dem Hafen von Jemgum. Mit aufgehängten Bannern des Hard Rider MC zur Begrüßung seiner Gäste
Deichtor zwischen dem Yachthafen von Jemgum und dem Treffen Platz des Hard Rider MC

Vierzig Jahre Hard Rider MC

Vierzig Jahre Hard Rider MC – das musste natürlich gebührend gefeiert werden.

Gutes Wetter, schöne Strecke

Die Wettergötter meinten es am dritten August-Wochenende gut mit uns und schraubten die wenig bikerfreundliche Hitze der Vortage auf ein absolut erträgliches Niveau herunter. Unser Road Captain hatte wieder eine feine Route über Nebenstrecken nach Jemgum ausgearbeitet. Unser Gastgeschenk eine aus Club eigener Produktion stammende Symbiose aus Stehtisch und Kaminofen, war am Vormittag noch rechtzeitig fertig geworden und so starteten wir am späten Samstagnachmittag vom Clubhaus – mit ordentlich Vorfreude auf eine geile Party im Gepäck.

Erstmal ein Ständerbier

Der Campground des Abominogs MC auf dem Motorradtreffen der Hard Rider. Direkt auf einer Rasenfläche an der Ems.

Nach gut einer Stunde (von Edewecht nach Jemgum ist es ja nicht sehr weit) gab es zur Begrüßung erstmal den obligatorischen Kurzen und einen Jubiläums-Becher „40 Jahre Hard Rider MC“. Eine schöne Geste und ein super Andenken fürs Alter, über das sich viele gefreut haben.

Danach griff die gewohnte Routine: Campground besetzen, Zeltaufbau und Ständerbier. Ein bisschen interner Schnack unter Membern, was die Woche über so gelaufen ist. Bei einigen reichte ein einzelnes Ständerbier allerdings nicht ganz aus – entsprechend dauerte es etwas, bis die Mannschaft bereit zum Abmarsch Richtung Party-Area war.

Das große Shake Hands

Dort angekommen, stand erst die große Begrüßungsrunde an, direkt gefolgt von der Übergabe unseres Präsentes. Es ist immer wieder schön, wenn sich so viele bekannte Gesichter auf einem Haufen versammeln. Einziger Nachteil: Man hat verdammt viele Hände zu schütteln.

Taktisch klug ist es daher, im richtigen Moment das Mitbringsel zu zücken. Ich denke, wir lagen goldrichtig: Zumindest ließen zwei Meter Freibier und eine Flasche Osborne vermuten, dass unser Geschenk gut ankam. Die Funktion der Ofen-Stehtisch-Kombi werden wir dann auf der nächsten Winterparty in Augenschein nehmen. 

Der Abominogs MC übergibt sein Geschenk an den Hard Rider MC. Ein von Mitgliedern der Abominogs gebauter Stehtisch mit einem Kaminofen in seiner Mitte
Stehtisch/Kaminofen Kombi Design und Montage – Abominogs MC

Iss was

Natürlich hatte der Hard Rider MC die Party-Area nicht nur mit Festzelt und Bierwagen bestückt, sondern bot auch reichlich Kulinarisches aus der Küche: Fisch in vielen Variationen, Gyros, Grillgut und Pommes. Es dürfte für jeden etwas dabei gewesen sein. Leider setzte mein persönlicher kleiner Hunger erst nach Mitternacht ein. Gyros leider alle, Fischbude leer gekauft –  gab es halt nur Pommes. Wer keinen Bock auf Bier oder Osborne hatte, konnte sich an der Cocktailbar wegschießen.

Nachdem die Crowd sich ausgiebig den Rechner resettet hatte, füllten sich im Laufe des Abends das Festzelt und die Tanzfläche zusehends. Bei dem von DJ Uwe Müller präsentierten Liedgut wurden ordentlich die Tanzbeine geschwungen.

Damals und heute

Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern, das wievielte Treffen des Hard Rider MC das jetzt für uns war. Aber da dieser Termin traditionell fest im Kalender der Abominogs steht, dürften wir so ziemlich jedes mitgemacht haben.

Vierzig Jahre Hard Rider MC – und inzwischen das 35. internationale Motorradtreffen. Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt, ist das schon eine Ansage. 

Heute mal ganz nüchtern verglichen: Ein klein wenig vermisst man die alten Zeiten ja schon. Natürlich nicht unbedingt die Kuttentaufen unserer Frischlinge im Graben neben der Party – zumal wir erst später erfuhren, dass dort nicht nur Regenwasser, sondern angeblich auch das Abwasser der Toilettenspülung direkt in die Ems floss.

Altes Bild einer Kuttentaufe des Abominogs MC in einem wassergefüllten Graben in Jemgum.
Kuttentaufe des Abominogs MC

Aber live mit anzusehen, wie lange ein PKW-Motor im Stand durchhält, wenn das Gaspedal mittels Ziegelstein auf Anschlag steht, war schon extrem spannend. Nicht zu vergessen die spontanen, erotischen Momente, derer man sich zu späterer Stunde erfreuen konnte.

Ob man das harte Verteidigen der ersten Reihe an der Getränkeausgabe oder das Knistern in der dicken Luft heute noch braucht? Ich denke nicht. Wird heutzutage auch einfach zu teuer. Stattdessen wird heute in gediegener Atmosphäre bei kühlen Blonden Benzin geredet – um dann zu späterer Stunde doch wieder die Geschichten der Heldentaten aus der guten alten Zeit rauszukramen.

In Zukunft

Die Stille Post macht allerdings die Runde, dass das Gelände der Hard Rider MC mittelfristig einem Gebäude-Investor zum Opfer fallen soll. Das wäre verdammt schade. Der Platz bietet mit seiner direkten Lage am Hafen und dem Deich von Jemgum ein einmaliges Ambiente. Hoffen wir mal, dass in dem Fall ein gleichwertiger Ersatz gefunden wird und wir zum fünfzigsten Jubiläum erzählen können: „Weißt du noch, früher am Hafen von Jemgum…“

Ein neues Mitglied des Hard Rider MC nach seiner Kuttentaufe im Hafenbecken von Jemgum.
Neuling der Hard Rider nach der Kutteneinweihung im Hafen von Jemgum


Vierzig Jahre sind schließlich nicht nur eine Zahl. Das muss man in unserer Szene erstmal schaffen. 

CU.

Stephan, der Admin dieser Seiten

Von Secretary ABOMINOGS MC

https://dieabotheke.de/wer-ist-eigentlich-stephan/Ich bin geprüfter Handelsfachwirt, Mitbegründer des ABOMINOGS MC und ehemaliger Inhaber einer Werkstatt für Motorräder und Motorroller. In der „Abotheke“ schreibt ein Ammerländer Urgestein mit über 40 Jahren Praxis-Erfahrung über Technik, Clubkultur und das echte Leben.