Ein junger Mann der an seinem Motorrad steht und Bremsflüssigkeit aus einer Dose nachfüllt.
Das Bild eines jungen Mannes der an der Bremse seines Motorrades arbeitet.

Ihr kennt das: Irgendwann kommt die Idee auf ein Stahlflex-Upgrade und die originalen Gummischläuche gegen Stahlflex-Bremsleitungen zu tauschen. Gummileitungen altern über die Jahre und können unter Bremsdruck stärker nachgeben. Während früher einige Hersteller feste Wechselintervalle vorgeschrieben hatten, erfolgt heute meist eine regelmäßige Sichtprüfung gemäß Wartungsplan. Wer jedoch einen präziseren Druckpunkt möchte, kommt an Stahlflex kaum vorbei – es ist zwar kein „Muss“, aber ein spürbares Upgrade.

Aber Achtung: Durch den direkteren Druckpunkt spricht die Bremse unmittelbarer an. Wer an den weicheren Charakter alter Gummileitungen gewöhnt ist, muss sich daran zunächst gewöhnen, da die Bremse nun direkter auf Hebelbewegungen reagiert.

Schrauben: Nur für Profis
Ich schreibe hier nichts über den Einbau, da diese Arbeit nur in fachkundige Hände gehört. Auch ein Kumpel, der Hobbyschrauber ist, ist an eurem Bike oft nicht die erste Wahl – Bremsen sind kein Spielplatz für Halbwissen.

Das Entlüften: Die Geduldsprobe
Wenn sich partout kein Druck aufbauen will, sitzt die Luft in den kleinsten Winkeln. Besonders fies:

  • Geberzylinder, die schräg am Lenker sitzen.
  • Bremsleitungen, die einen Bogen nach oben machen.
  • Oder der Klassiker bei Custom-Bikes: Bremssättel am Hinterrad, bei denen die Entlüfterschraube nach unten zeigt (Das teure DOT 5 lässt grüßen).
Ein junger Mann steht neben seinem Motorrad, einer Harley Davidson und füllt Bremsflüssigkeit in den Hauptbremszylinder der Vorderradbremse.

Wer klassisch pumpt, riskiert eine Sehnenscheidenentzündung. Mein Trick: Und jetzt der wichtigste Punkt. Ich habe in der Regel nach dem Einbau einer neuen Leitung von oben, also am Geberzylinder und nicht am Bremssattel entlüftet. Denn die Luft steigt bekanntlich nach oben – warum also dagegen ankämpfen? Außerdem sparst du eine Menge Bremsflüssigkeit. Dabei ab und zu die Lenkerstellungvorsichtig ändern oder die Leitung kurz nach unten zu drücken. Mist ist der Klassiker bei manchen Harley-Umbauten: Bremssättel am Hinterrad, bei denen die Entlüfterschraube nach unten zeigt. Da hilft nur: Den Bremssattel abschrauben und so drehen, dass die Entlüfterschraube den höchsten Punkt bildet. Motorrad auf den Kopf stellen, geht natürlich auch.

Wichtig: Beim Pumpen von oben immer vorsichtig agieren! Ein Spritzer Bremsflüssigkeit ist ein exzellenter Lackentferner.

Wenn alles nichts hilft, kommt der Kabelbinder-Trick: Hebel ziehen und über Nacht mit einem Kabelbinder auf Spannung halten. Das drück, mit etwas Glück, die letzten Mikro-Bläschen nach oben in den Ausgleichsbehälter.

Schraubär-Trickkiste: DOT 4 oder DOT 5?
Bevor ihr ratet: Die Angabe zur benötigten Bremsflüssigkeit findet ihr in der Regel direkt auf dem Deckel des Bremsflüssigkeitsbehälters.

Sollte dort nichts stehen, seid vorsichtig: DOT 5 (Silikonbasis) und DOT 4/5.1 sind unter keinen Umständen mischbar.
Falls der Deckel blank oder unleserlich ist, hilft dieser Test – Ein Tropfen Wasser in der alten Flüssigkeit gibt Aufschluss:
DOT 4: Bildet eine Emulsion (es wird trüb).
DOT 5: Bildet keine Emulsion (das Wasser bleibt als Perle sichtbar).
Ein Wassertropfen-Test kann zwar einen Hinweis liefern, ob es sich um Silikon handelt oder nicht, ersetzt aber keine sichere Identifikation. Im Zweifel gilt: Fahrzeugunterlagen prüfen oder das System zur Sicherheit vollständig spülen und mit der Herstellervorgabe neu befüllen. Eure Bremse – euer Leben.

In diesem Sinne: Sorgfalt vor Schrauberstolz – beim Bremsen gibt es keine zweite Chance

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Das Kleingedruckte, das leider sein muss. 

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Stephan, der Admin dieser Seiten

Von Secretary ABOMINOGS MC

https://dieabotheke.de/wer-ist-eigentlich-stephan/Ich bin geprüfter Handelsfachwirt, Mitbegründer des ABOMINOGS MC und ehemaliger Inhaber einer Werkstatt für Motorräder und Motorroller. In der „Abotheke“ schreibt ein Ammerländer Urgestein mit über 40 Jahren Praxis-Erfahrung über Technik, Clubkultur und das echte Leben.